Stephan Valentin (www.stephanvalentin.de)

Weiße Eichen Erscheint am 01. März 2007

Stephan Valentin: Weisse EichenStephan Valentin schöpft mit seinem Shortcut-Roman ein eigenes Genre der Literatur. Shortcuts, kurze Momentaufnahmen, Standbilder, Überblendungen und Retrospektiven – die Romanfiguren werden dem Leser lebendig wie auf der Großleinwand, und sie wirken durch eine bestechende Authentizität. Valentins Helden und Antihelden erfahren das Leben wie es ist, mit Höhen und Tiefen, mit existentiellen Abgründen oder dem Hochgefühl von Liebe und Vertrautheit. Aus diesen kleinen Sequenzen und Episoden entsteht so ein Roman, in dem alle Figuren gleichberechtigt sind und durch ihr schlichtes Mensch-Sein bezwingen. Der Leser wird zum Reisenden zwischen szenischen Kulissen, Persönlichkeiten und Schicksalen. Ein Roman, der in Atmen hält und von Milieu- bis Liebesgeschichte alles zu bieten hat – vor allem aber den Menschen schlechthin – in Nahaufnahme – mit all seinen Stärken und Wehrlosigkeiten.

"Alles sehr authentisch und durch vorenthaltene Details geheimnisvoll. Es ist schon fantastisch, wie Valentin mit den Erwartungen der Leser spielen kann." literaturkritik.de

Der Autor:

Stephan Valentin lebt seit seinem 20. Lebensjahr in Paris, wo er Schauspiel und Psychologie studiert hat. Ehrenamtliche Einsätze führten ihn in Armenkrankenhäuser bis nach Bombay und an die Elfenbeinküste. 1999 erhielt er als erster Mann den Bettina von Arnim-Preis für seine Erzählung "Der Taubenturm", jetzt in seinem Geschichtenband   “Vielfarben“ veröffentlicht. Valentins viel beachteter Debütroman "Der Ameisenfeind" wurde bereits mehrmals übersetzt. Mit einem Teil des Verkaufserlöses unterstützt der Roman die Projekte von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Nun wird "Der Ameisenfeind" auch noch verfilmt, voraussichtlich mit Katja Riemann in der Hauptrolle.  


Der Ameisenfeind

Ein trostloses Kaff auf dem Lande, brütend unter sommerlicher Hitze. Hier kommt Jonas, ein kleiner Junge, mit seiner Mutter nach fluchtartiger Reise an. Nahezu sekundiös lässt er uns seinen Aufenthalt miterleben.
Das Heimatdorf ist nicht das erhoffte Refugium: Die bigotten Einheimischen verbergen ihre Ablehnung nicht; die Grossmutter ignoriert Jonas schlichtweg, ist nur ein Schatten hinter der Milchglastür, ein Pochen ihres Krückstocks. Auch die eifersüchtig geliebte Mutter entgleitet Jonas immer mehr. Seine Enttäuschungen lassen Jonas ins Fiktive fliehen. Frustration und Verzweiflung brechen immer häufiger in Aggressionen aus ihm heraus.
Als dann die frühreife Sarah mit den drei Zöpfen Jonas zu einer gefährlichen Aktion überredet, wird ihre Rache an der Erwachsenenwelt aufs Furchtbarste vergolten.

Wie bereits in Stephan Valentins preisgekürter Kurzgeschichte Der Taubenturm, wird die Handlung ungebrochen aus kindlicher Perspektive geschildert. Gerade das für das Kind Unbegreifliche, Unausgesprochene, lässt sich dabei zwischen den Zeilen erahnen und hält uns gemeinsam mit Jonas in einer Atmosphäre düsterer Bedrohung gefangen.
Und wenn Jonas dem auf ihm lastenden Druck mit sadistischen Versuchen an Insekten Luft macht, dann wird dies auf subtile Weise zum Spiegel der weitaus beängstigenderen Grausamkeit der Erwachsenen.
Stephan Valentin gelingt es auf raffinierte Weise, seine Geschichte in glaubhaft kindlicher Sprache zu erzählen und gleichzeitig Bilder von expressionistischer Kraft zu erzeugen.
Die Handlung treibt er konsequent voran, sie scheint einer inhärenten Dynamik zu folgen, die das brutale Ende unausweichlich macht. Automatisch wird man bei der Lektüre in den Sog der eskalierenden Ereignisse gerissen.



Stimmen zu "Der Ameisenfeind"

"...ein wunderbares Buch!" Katja Riemann

"Die hochdramatische und atemlose Geschichte eines "schwer erziehbaren" Jungen, der im Grunde nur einsam und unverstanden bleibt, geht zu Herzen." Ingrid Noll

"Eine tragisch intensive Kindheitserzählung." VOGUE

"Ein Buch, das fesselt: Valentin erzählt atemlos, aufrüttelnd." Süddeutsche Zeitung

"Ein starker Debütroman." Hannoversche Allgemeine Zeitung

"Ein atemloser innerer Monolog." Basler Zeitung

"Ein erschütternder, aufwühlender Blick in eine zutiefst verletzte und gekränkte Kinderseele." Rheinpfalz Zeitung

"Direkt aus der Hölle eines Kinderlebens." Mannheimer Morgen

"Dieses Buch wühlt auf, unterhält und ist nicht am nächsten Tag schon wieder vergessen." Rhein-Neckar-Zeitung