Neuerscheinungen Autor des Jahres 2000 im Pfefferkorn Verlag: STEPHAN VALENTIN mit seinem Roman Der Ameisenfeind Der Autor: Stephan Valentin, in Heidelberg geboren, lebt seit seinem 20. Lebensjahr in Paris. Nach dem Abitur an einer Englischen Privatschule sollte er eigentlich eine Ausbildung als Werbekaufmann beginnen. Aber er entschloss sich für weniger gesicherte Bahnen und zog in die französische Hauptstadt, wo er Schauspiel und Psychologie studierte. Immer wieder zog es ihn ins ferne Ausland: Er arbeitete in einem Armenkrankenhaus in Bombay, das die Patienten des größten Slums Asiens behandelt außerdem in einer Psychiatrie in Westafrika an der Elfenbeinküste. Seit vier Jahren praktiziert er an einem Pariser Kinderkrankenhaus und bereitet momentan seine Doktorarbeit über Schlafstörungen beim Kleinkind vor. 1999 erhielt Stephan Valentin als erster Mann den Hauptpreis des Bettina-von-Arnim Literaturwettbewerbs der Zeitschrift "Brigitte". Schon seit seiner Kindheit schreibt Stephan Valentin Geschichten, in seiner Schulzeit wurde sein Talent allerdings eher unterdrückt als gefördert. An seiner Privatschule riskierte er sogar den Rausschmiss, als er zwei Jahre vor dem Abitur die pädagogischen Defizite einiger Lehrer in Form eines lustigen Fortsetzungsroman aufdeckte - der Roman wurde verboten. Bis heute, so charakterisiert Stephan Valentin sein Verhältnis zur Schriftstellerei, ist Schreiben ein Abenteuer für ihn geblieben. Mit dem Roman Der Ameisenfeind hat Stephan Valentin seinen Debüt-Roman vorgelegt. In Kürze werden von ihm im Pfefferkorn Verlag auch ein Band mit Kurzgeschichten und der Roman Ich bin Himilie Jones erscheinen. Das Buch: Der Ameisenfeind Ein trostloses Kaff auf dem Lande, brütend unter sommerlicher Hitze. Hier kommt Jonas, ein kleiner Junge, mit seiner Mutter nach fluchtartiger Reise an. Nahezu minutiös lässt er uns seinen Aufenthalt miterleben. Das Heimatdorf ist nicht das erhoffte Refugium: Die bigotten Einheimischen verbergen ihre Ablehnung nicht; die Großmutter ignoriert Jonas schlichtweg, ist nur ein Schatten hinter der Milchglastür, ein Pochen ihres Krückstocks. Auch die eifersüchtig geliebte Mutter entgleitet Jonas immer mehr. Seine Enttäuschungen lassen Jonas ins Fiktive fliehen. Frustration und Verzweiflung brechen immer häufiger in Aggressionen aus ihm heraus. Als dann die frühreife Sarah mit den drei Zöpfen Jonas zu einer gefährlichen Aktion überredet, wird ihre Rache an der Erwachsenenwelt aufs Furchtbarste vergolten. Wie bereits in Stephan Valentins preisgekrönte Kurzgeschichte Der Taubenturm wird die Handlung ungebrochen aus kindlicher Perspektive geschildert. Gerade das für das Kind Unbegreifliche, Unausgesprochene lässt sich dabei zwischen den Zeilen erahnen und hält uns gemeinsam mit Jonas in einer Atmosphäre düsterer Bedrohung gefangen. Und wenn Jonas dem auf ihm lastenden Druck mit sadistischen Versuchen an Insekten Luft macht, dann wird dies auf subtile Weise zum Spiegel der weitaus beängstigenderen Grausamkeit der Erwachsenen. Stephan Valentin gelingt es auf raffinierte Weise, seine Geschichte in glaubhaft kindlicher Sprache zu erzählen und gleichzeitig Bilder von expressionistischer Kraft zu erzeugen. Die Handlung treibt er konsequent voran, sie scheint einer inhärenten Dynamik zu folgen, die das brutale Ende unausweichlich macht. Automatisch wird man bei der Lektüre in den Sog der eskalierenden Ereignisse gerissen. Verlagsprofil Ein neues Jahrtausend - ein neuer Verlag Kann man sich ein schöneres Gründungsjahr als das Jahr 2000 wünschen? Wahrscheinlich nicht. Pfefferkorn Verlag - mancher Leser wird sich fragen, wo er diesen Namen schon einmal gesehen oder gehört hat. Und dennoch, unser Verlag ist noch ein sehr junger Ableger in der Geschichte des deutschen Buch- und Verlagswesen. Genau genommen existiert er seit dem Frühjahr 2000. Wenn auch die Geschichte dieses neuen Verlages erst in der Zukunft entstehen und geschrieben werden muss, so ist seine Vorgeschichte längst nicht so kurz. Alles begann vor etwa einem Jahr. Die Teilhaber zweier auf Lyrik spezialisierter Verlage aus dem Kölner Raum standen vor einer schwierigen Entscheidung: so weiter zu machen wie zuvor, oder sich auf ein für die Verlage unbekanntes Gebiet zu wagen und gemeinsam als Pfefferkorn Verlag ein erweitertes Programm zu veröffentlichen. Prosa junger deutschsprachiger Autoren Diese konsequente Programmerweiterung soll nicht nur das Profil des Verlages schwerpunktmäßig bestimmen, sondern beabsichtigt darüber hinaus, moderne Literatur und junge Schriftsteller zu unterstützen und zu fördern. Literarische Qualität steht für den Pfefferkorn Verlag an erster Stelle. Hinten an gestellt werden sollen kommerzielle Aspekte im Sinne einer rein auf Marktforschung gestützten Programmpolitik, die gerade für noch unbekannte Autoren zu einer fast unüberwindbaren Hürde geworden ist. Kein Widerspruch dabei für den Pfefferkorn Verlag: Das Programm wird bewusst mit dem Ziel gestaltet, das Interesse eines breiten Publikums zu wecken. Der Pfefferkorn Verlag repräsentiert in diesem Sinne ein neues Konzept: Literatur der deutschsprachigen Avantgarde, als Gegensatz einerseits zu den Erzeugnissen der unter rein kaufmännischen Gesichtspunkten betriebenen "Buchfabriken", andererseits zu Veröffentlichungen, die ausschließlich eine literarisch vorgebildete Minderheit von Lesern ansprechen. Als szenischer Hintergrund für dieses Unternehmen wurde das literaturgeschichtlich traditionsreiche Heidelberg ausgewählt. Zentral gelegen, bietet diese Universitätsstadt alle Vorteile, um dem Pfefferkorn Verlag Domizil zu sein und ihm eine erfolgsversprechende Ausgangsposition nicht nur im geografischen Sinne zu gewähren. Aus Heidelberg stammt auch Stephan Valentin, der Autor dessen Debüt-Roman Der Ameisenfeind ausgewählt wurde, um die Konturen des aktuellen verlegerischen Programms zu definieren und es dem Leserpublikum vorzustellen: Ein Avantgarde-Programm, das sich sowohl durch sprachliche Qualität als auch durch den Anspruch seiner Inhalte profiliert. Bücher die manchmal provozieren, immer jedoch zur Diskussion anregen, und zwar weit über die literarische Szene hinaus. Wünschen Sie uns Glück! Ihr Pfefferkorn Verlag